Ressourcen und Resilienz - was uns stark macht


Unter Ressourcen verstehen wir in der Psychologie innere und äußere Potentiale eines Menschen wie z. B. Fähigkeiten, Kenntnisse, Erfahrungen, Talente und Stärken, die oftmals gar nicht bewusst sind.
Nehmen wir das Beispiel eines Baumes: Je größer und üppiger ein Baum ist und mehr Früchte er trägt, umso tiefer und kräftiger müssen seine Wurzel in der Erde verankert sein. Ist er dies nicht, bekommt er zu wenig Nahrung und Halt, er würde verkümmern und ein Sturm würde ihn schließlich zu Fall bringen.
Ebenso verhält es sich mit uns Menschen: investieren wir zu viel im Außen(Karriere, Besitz, Anerkennung) und jagen nur dem “Erfolg“ nach, ohne uns um unser inneres Gleichgewicht zu kümmern, kann unser Leben aus dem Gleichgewicht geraten – wir verlieren unsere Mitte.
So wie die Wurzeln dem Baum Nahrung und Halt geben, verhält es sich mit unserem Inneren:
unsere seelische Tiefe, Charakterstärken, Einstellungen und persönliche Werte, die Fähigkeit, mit Schwierigkeiten und Schmerz umgehen zu können, unsere Vitalität und Körperlichkeit, Motivation, Zugehörigkeit zu anderen Menschen und nicht zuletzt unsere Fähigkeit, die inneren Ressourcen zu aktivieren und unsere Seele immer wieder aufzutanken. Entscheidend für unseren inneren Halt sind also unsere Wurzeln.
Je geschäftigter und hektischer unser Zeitalter und Leben ist, desto wichtiger wird es, dass wir uns immer wieder Raum und Zeit zum Auftanken gönnen. Äußerer Raum schafft Inneren Raum!
Dabei ist nicht so sehr die Häufigkeit der Erlebnisse entscheidend(Quantität), sondern vielmehr die Qualität, also die Erlebnistiefe des Augenblicks, das Eintauchen in ein Geschehen oder eines Moments.
Darüber hinaus können Imaginationen, angeleitete Achtsamkeitsübungen und Meditationen uns Menschen zu mehr Stabilität und Stärke verhelfen.
Innerhalb einer Beratung oder Psychotherapie sind all diese Kraftquellen von großem Nutzen für den Heilungsprozess und zur Förderung unserer psychischen Widerstandskraft und Lebensqualität.



Das Wort Resilienz kommt aus dem Lateinischen(resilire) und bedeutet so viel wie „zurückspringen“ oder „abprallen“ und wird daher mit Begriffen wie Elastizität, Flexibilität und Belastbarkeit in Verbindung gebracht. Resilienz ist die Fähigkeit, optimal mit Krisen, Misserfolgen, Niederlagen und traumatischen Erfahrungen umzugehen.
Das Resilienzkonzept wurde aufgrund einer Langzeitstudie von Emmy Werner, einer Entwicklungspsychologin, entwickelt. Dabei beobachtete und analysierte sie von Kindheit an 40 Jahre lang 700 Hawaiianer, die 1955 geboren wurden. Sie wollte vor allem herausfinden, wie Menschen, die in schwierigen und von Armut und Gewalt geprägten Lebensumständen aufwuchsen, dennoch eine gute psychische Widerstandsfähigkeit entwickeln können.
Dabei stellte sich heraus, dass gut ein Drittel der Kinder sich hervorragend entwickelte – trotz der vorhandenen Risiken und der damit verbundenen schlechten Prognosen.
Es konnten sieben Schlüsselfaktoren definiert werden, die entscheiden, ob Menschen resilient sind und somit Krisen besser verkraften oder gar noch gestärkt aus ihnen hervorgehen.
Als entscheidende Schlüssel oder Säulen werden Optimismus, Akzeptanz, Verantwortung, Lösungsorientierung, Selbstwirksamkeit, Netzwerkorientierung und Zukunftsorientierung genannt.
So wie wir unser körpereigenes Immunsystem stärken können, ist dies auch bei unserer psychischen Widerstandskraft möglich, die Stärkung unseres „seelischen Immunsystems“.
Bei diesen Schutzmechanismen handelt es sich sowohl um bestimmte Einstellungen(Geisteshaltung) als auch um ganz praktische soziale Fähigkeiten, beides ist für jeden Menschen üb- und erlernbar.
Dazu genügt es nicht, nur darüber zu lesen oder zu reden, sondern es benötigt das Ausprobieren und praktische Umsetzen des Wissens, um es für uns nutzbar zu machen und auch Heilungsprozesse kraftvoll zu unterstützen.
2005 entstand auf einem Kongress in Zürich folgende Definition: „Resilienz ist die Fähigkeit von Menschen, Krisen im Lebenszyklus unter Rückgriff auf persönliche und sozial vermittelte Ressourcen zu meistern und als Anlass für persönliche Entwicklung zu nutzen.“
Eine solche Entwicklung setzt voraus, dass wir Probleme, Leid und Schmerz nicht verdrängen, sondern aufmerksam wahrnehmen und annehmen, dass wir sie verarbeiten und in unsere persönliche Erlebnis- und Erfahrungswelt integrieren. Resilienz bedeutet nicht, „immer stark“ zu sein, in schweren Krisen sind Zusammenbruch, Verzweiflung und Desorientierung zeitweilig angemessen und sogar heilsam, so erleben wir die Wiederherstellung und Erneuerung in der ganzen Tragweite. Erst dadurch wird die Krise wirklich verarbeitet und die neuen Aspekt und Sichtweisen integriert – und so kommt es zu einem Zuwachs an Resilienz.
Es kommt also dabei weniger darauf an, was uns widerfährt im Leben, sondern vielmehr, wie wir damit umgehen!
Eine resiliente Grundhaltung nützt uns in allen Aspekten des Lebens. Indem wir unsere Resilienz stärken, schaffen wir uns Bewältigungsreserven, wann immer wir sie brauchen - ein Polster für schlechte Zeiten.

Ziele:
- Begriffserklärung und Vorstellung der Resilienz Säulen
- Die Bedeutung von Ressourcen und Resilienz als Stress- und Burnout Prophylaxe erfahren
- Praktische Ressourcen-, Achtsamkeitsübungen und Meditationstechniken kennen lernen
- Innere Kraftquellen erkennen, verankern und jederzeit abrufbar machen
- Die persönliche Resilienz ausbauen und stärken
- Möglichkeiten der konkreten Umsetzung und Anwendung im Alltag, sowohl persönlich als auch
beruflich

Seminardauer 3 Tage
Unterrichtstunden von 9 - 17 Uhr


Ich veranstalte 2019 und 2020 mehrere Ausbildungsseminare in Freiburg, Villingen-Schwenningen, Konstanz, Kempten, Lindau, Würzburg, Mannheim, Karlsruhe, Frankfurt und Saarbrücken.
Wenn Sie Interesse an einer Ausbildung in EMDR und/oder in Ressourcenarbeit und Resilienz haben,
setzen Sie sich bitte mit mir in Verbindung.